Es ist denkbar einfach. Im Vergleich zu anderen Nahrungsmitteln weist Superfood eine deutlich höhere Menge an Nähr-, Wirk- oder Vitalstoffen auf. Der bisher offiziell nicht definierte Begriff umfasst Lebensmittel, die biologisch erzeugt werden oder wild wachsen und aufgrund ihrer besonderen Inhaltsstoffe die Gesundheit sowie das Wohlbefinden fördern. Mit ihrer antioxidativen, entzündungshemmenden und organunterstützenden Wirkung stellen sie heilende Lebensmittel aus der Natur dar. Den Begriff gibt es zwar bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts, doch findet er erst in jüngster Zeit vermehrt Anwendung.

Um an Superfood zu gelangen, ist nicht zwingend ein Gang in den Supermarkt erforderlich. Die heimische Natur wartet mit einer Fülle an kostenlosem Superfood auf. Zu den bekanntesten gesundheitsfördernden Wildkräutern zählt der Löwenzahn. Er ist reich an Vital- und Mineralstoffen, wirkt entzündungshemmend und kommt als Tee oder Salat erfolgreich bei Verdauungsbeschwerden zum Einsatz. Auch die Brennnessel besitzt in vielerlei Hinsicht heilende Wirkung. Ihre Wurzel, Blätter und Samen lassen sich einfach zu Tees oder Smoothies verarbeiten und helfen bei Darmerkrankungen, Rheuma, Harnwegsinfekten, Energiemangel und Müdigkeit. Ätherische Öle sowie Gerb- und Bitterstoffe des Gänseblümchens stärken das Immunsystem, sind harntreibend und regen den Stoffwechsel an.

Im eigenen Garten wird man auf der Suche nach Superfood ebenfalls fündig. Die Petersilie ist reich an Vitaminen und Nährstoffen und unterstützt den Körper bei der Entgiftung. Basilikum wirkt immunstimulierend und antibakteriell. Grünes Blattgemüse wie Spinat, Mangold und Kresse schützen vor Demenzerkrankungen. Kreuzblütengewächse enthalten Pflanzenstoffe, die sich im Laufe des Verdauungsprozesses in entzündungshemmende und krebsfeindliche Stoffe verwandeln. Der Verzehr von Brokkoli, Brokkolisprossen, Weiss- oder Grünkohl wirkt wissenschaftlichen Studien zufolge somit krebsvorbeugend und Tumor auflösend. Auch der Kürbis steckt voller wertvoller Inhaltsstoffe. So vermögen Kürbiskerne Prostata- und Reizblasenbeschwerden zu lindern.

Dass Früchte gesund sind, ist bekannt. Die meisten Beeren sind im Gegensatz zu anderen Früchten weniger stark züchterisch verändert und weisen große Mengen an Antioxidantien auf. Wissenschaftlich nachgewiesen ist insbesondere die gesundheitsfördernde Wirkung von Heidelbeeren, die einen hohen Anteil an Anthocyanen aufweisen, welche das Wachstum krebsartiger Zellen im Dickdarm verlangsamen und diese sogar abtöten können. Exoten wie dem Granatapfel wird ebenfalls der Status eines Superfood zugeschrieben. Der Saft des Granatapfels reduziert den Cholesterinwert, senkt den Blutdruck und hemmt die Metastasenbildung.

Zu den exotischen Superfoods zählt auch der Ingwer, der aufgrund seiner schmerzlindernden Wirkung bei Kopf- oder Muskelschmerzen Anwendung findet. Zudem greift er mit seinen heilsamen Substanzen Krebszellen an. Die Erwähnung des Kakaos in Zusammenhang mit Superfood dürfte viele Leser freuen. Das ist verständlich, denn den Großteil der bisher genannten Lebensmittel bezeichnen die meistens von uns als nicht besonders schmackhaft. Allerdings hat die Bezeichnung Superfood beim Kakao nur Berechtigung, wenn es sich um rohen Kakao handelt. Dieser weist neben einem hohen Magnesium- sowie Eisengehalt eine Vielzahl an Antioxidantien auf und hält dadurch das Herz gesund, führt zu einer guten Verdauung, guten Nerven und Stressresistenz – von guter Laune einmal ganz abgesehen.

Kein Wundermittel

Die Liste der Superfoods ist lang. Sie tragen diesen Namen aufgrund einer hohen Konzentration vieler gesunder Vitamine, Mineralien und sekundärer Pflanzenstoffe. Die Nährstoffdichte geht mit einer vielfach heilenden Wirkung einher, wobei insbesondere die oftmals krebsfeindliche Wirkung hervorzuheben ist. Als Wundermittel sollten sie allerdings nicht bezeichnet werden, da sich die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen hinsichtlich festgestellter positiver gesundheitlicher Wirkungen gemäß des Europäischen Informationszentrums für Lebensmittel nicht unbedingt auf die reale Ernährung übertragen lassen. Die Ergänzung der eigenen Nahrungsmittel-Palette durch Superfood ist dennoch ein lohnenswerter Beitrag zur eigenen Gesundheit.