Fitnessstudios gibt es wie Sand am Meer und oft locken die unterschiedlichen Studios mit spektakulären Angeboten oder futuristischem Training. Wie bei so vielen Dingen im Leben gilt auch für Fitnessstudios: Drum prüfe, wer sich (ewig) bindet.

Hier finden Sportler einen kleinen Guide, der bei der Suche im Dschungel der Fitnessstudios helfen soll.

Vom Bleilager zur Luxus-Spa-Anlage

Fitnessdiscounter wie McFit haben in den letzten Jahrzehnten einen erstaunlichen Siegeszug angetreten und haben durchaus ihre Vorteile. Der geringe Preis ist natürlich ein wichtiges Argument, aber auch die flexiblen Öffnungszeiten locken vor allem Sportler, die trainieren wollen, wann sie möchten. Das hat allerdings auch seine Nachteile wie Warteschlangen zu Stoßzeiten, volle Hantelbereiche und eine eher minimalistische Atmosphäre. Geführtes Training gibt es hier in vielen Fällen nicht, auch die Ausrüstung lässt oft zu wünschen übrig.
Minimalistisch sind auch Rückenstudios wie Kieser und Co. – dort geht es gezielt um eine Stärkung des Rückens, um Verletzungen vorzubeugen. Das Prinzip ist Konzentration: Im Studio wird kurz und effizient trainiert, nicht auf Flatscreens Trash-TV geschaut. Wer seine Freizeit schätzt, kann hier in kurzer Zeit tolle Ergebnisse erzielen.
Auch Crossfit-Boxen sind hierfür bestens geeignet und verzichten auf klassische Geräte. Dafür stehen hier Kettlebells, Battleropes und Bars im Vordergrund. Das Training liegt derzeit voll im Trend, ist auf die absoluten Notwendigkeiten reduziert und vor allem Kurse kitzeln hier das letzte aus den Trainierenden hervor. Allerdings haben Crossfit-Boxen meist hohe Preise und bieten dafür nur rudimentäre Geräte – in vielen Städten gibt es kostenlose Outdoor Gyms, die den gleichen Nutzen erzielen. Nur eben ohne geführtes Training.
Fitnessstudios mit Saunalandschaften und Ermüdungsbecken (die oft Spa im Namen tragen) sind ebenfalls höherpreisig angesiedelt, allerdings sieht man hier den Luxus. Das gesamte Fitnessstudioerlebnis ist auf Wohlfühlen und Entspannung ausgelegt. Gewichte werden nicht manuell bestimmt, sondern dank eingelesener Chipkarte automatisch aufgelegt, eine Sauna wartet auf die müden Muskeln und oft stehen auch Massagen zur Verfügung. Das entspannt Körper und Geist und ist für viele Sportler der optimale Ausgleich in einem ansonsten stressigen Alltag.

Auch High-Tech-Studios warten auf Kunden und locken mit technischen Neuerungen. Das sind mal kleine Dioden, die Elektroschocks verteilen, ein anderes Mal Masken, die den Sauerstoffgehalt reduzieren. Das findet sich natürlich am oberen Ende der Preisskala, ist allerdings mit Vorsicht zu genießen. Die Ergebnisse von Schocktherapie beim Sport sind umstritten und Höhentraining profitiert vor allem vom Schlaf in sauerstoffarmer Luft. Hier werden zu hohen Preisen wundersame Methoden versprochen, die allerdings nicht halten, was sie versprechen.

Die Qual der Wahl – Obacht gilt vor allem für Neulinge

Vor einem Vertragsabschluss sollte unbedingt ein Probetraining vereinbart werden. Das bieten Fitnessstudios in der Regel kostenfrei an, ist dies nicht der Fall, so ist das ein eindeutiges Warnzeichen.
Gute Studios zeigen gerne die Gerätschaften und führen in das Training ein, um einen Vorgeschmack auf ihre Leistungen zu bieten. Vor allem vor einem längeren Vertragsabschluss ist das ein absolutes Muss, lediglich Discounter sind meistens nicht so kulant.
Grundsätzlich ist es für Anfänger empfehlenswert, unter Aufsicht zu trainieren und sich vom Trainingspersonal einen Trainingsplan erstellen zu lassen. Schließlich sollen die ausgebildeten Trainer ja dabei helfen, die gewünschten Ergebnisse in Übungen zu übersetzen. Außerdem minimiert eine (in vielen Studios ohnehin verbindliche) Einweisung in die Geräte und deren Nutzung das Verletzungsrisiko. Den Vorteil eines flexiblen Trainingsplans sollten gerade Einsteiger also nicht zu gering schätzen und im Zweifelsfall lieber etwas mehr ausgeben.
Denn ein gutes Studio, das wirklich besucht wird, ist mehr wert als ein günstiger Vertrag in einem Studio, das nur ein paar Mal genutzt wird.